Kommerzieller Zweck oder: Facebook Page vs. Privates Profil
[Update: Seit Herbst 2011 bin ich wieder ausgestiegen und habe mein Profil und meine Page bei facebook gelöscht. Bisher lebt es sich ganz wunderbar “ohne”.]
10. Oktober 2007 habe ich mich bei facebook angemeldet und war relativ eifriger und zufriedener Nutzer.
Im Januar 2010 bin ich dann erbost ausgestiegen, weil immer mehr Datenschutzprobleme bekannt wurden und zum Beispiel beim Synchronisieren mit dem iPod Nummern aus meinem Telefonbuch hochgeladen worden sind, was ich nicht wollte, aber überlesen hatte.
Nun kann ich als Musiker Plattformen nutzen, mit denen ich mit Interessierten (sogenannte „Fans“) kommunizieren kann, der Zuhörende, der Interessierte, also mein Gegenüber gewinnt an Einfluss.
Mir gefällt diese Entwicklung, weil ich viele Sachen nur deswegen nicht fertig produziere oder veröffentliche, weil mich niemand danach fragt…
Facebook ist dafür einer von vielen möglichen Orten.
Hier möchte ich Kommunikation zu Hörern und zukünftigen Hörern aufbauen, ich möchte lernen, was sich die Hörer von mir wünschen. Meine Handschrift werde ich dabei nicht verleugnen, aber stilistisch bin ich durch meine Erziehung und mein Umfeld eher „poly“ unterwegs.
Wenn ich aber nun mein privates Profil dazu benutze, meinen Freunden täglich Nachrichten zu schicken, was ich gerade produziere und was gerade herauskommt, wann ich wo spiele, dann erscheint mir das hochproblematisch. Man muss sich mal vorstellen, wenn das jeder machen würde, sein Beruf auf seinem Facebookprofil ausbreiten. Dann verliert das Freundschaftsnetzwerke an Verspieltheit.
Deshalb ist mein Standpunkt klar: Im Moment werden immer noch private Facebookprofile von Künstlern zu kommerziellen Zwecken missbraucht. Natürlich gibt es schon viele Künstler und Bands, die eine Page haben, aber viele eben auch noch nicht. Als der private Ingvo poste ich alles, was meine Freunde und mich interessieren könnte. Aber meine Freunde müssen überhaupt nicht meine Musikinteressen oder meine musikalische Arbeit teilen.
Wer sich also nur für meine Arbeit interessiert, geht einfach auf Link zu http://facebook.com/ingvo, klickt auf „Gefällt mir“ und bekommt so immer die neuesten Informationen, Links und Tracks. Wenn das gerade nervt, klickt man einfach auf “Gefällt mir nicht mehr” und schon ist der Informationsfluss gestoppt.
Wer sich zu meinem nahen und erweiterten Freundeskreis zählt, kann ja immer noch mein Kontakt beim privaten Profil bleiben, oder auch nicht – ist ja alles locker auf facebook…
Ich freue mich über eure Gedanken zu dem Thema.
-Ingvo
2010-08-06
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