CD - Der Spagat zwischen den Welten
Wo ich auch hinschaue, die Musiker um mich herum machen immer noch CDs – im Jahr 2008, und die Onlineveröffentlichung ist zweite Wahl. Warum ist das so?
Der Schritt war doch vom Haptischen zum Virtuellen. Abstraktion, schrittweise in allen Lebensbereichen.
Die CD hat deshalb einen so unglaublichen Erfolg gehabt, weil sie den Spagat macht zwischen dem Haptischen und dem Virtuellen, zwischen der tatsächlich vorhandenen analogen Wellenbeschreibung auf der Schallplatte und der Beschreibung der Beschreibung in der Welt der Nullen und Einsen.
Jetzt kommt mit den MicroSD-Karten auch noch ein neuer Schritt in die Vergangenheit hinzu.
Grundsätzlich muss ich natürlich zugeben: Es ist vollkommen gleichgültig, wie Musik festgehalten wird, wenn sie denn schon festgehalten werden muss…
In mir kämpfen zwei Einstellungen: Einerseits der Wunsch nach etwas einmalig Abgeschlossenen, andererseits die Faszination über das Veränderbare, nicht Festgelegte. Da muss ich wohl noch ein paar Wochen sinnieren.
Ein paar Jahre weiter:
Ich verstehe die Sehnsucht nach einem Album, einer gewollten Zusammenstellung von Werken, die in Ihrer Gemeinsamkeit ein konsequentes Ganzes darstellen. Dafür war die CD einfach ein grossartiges Medium. Die Balance zwischen brauchbarer Audio-Qualität und Handlichkeit waren weitere Vorzüge. Dabei hatte sie aber auch den Nachteil, das Begleitheft in unangenehm kleiner Form anbieten zu müssen (und die auseinanderfaltbaren Varianten waren denkbar unhandlich und anfällig).
2008-09-22
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